Selbsterfüllende Prophezeiung

Erfahre, wie unsere Gedanken unser Verhalten und unsere Stimmung beeinflussen

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Selbsterfüllende Prophezeiung

Eine selbsterfüllende Prophezeiung (selffullfilling prophecy) ist ein psychologisches Phänomen, welches sehr oft bei Menschen beobachtet werden kann. Es geht darum, wie stark unser Handeln von unseren Gedanken beeinflusst wird.

Sind wir überzeugt, eine Aufgabe zu erfüllen oder ein Ziel zu erreichen, tritt dieser Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein. Sind wir dagegen überzeugt, etwas nicht zu schaffen, sinkt die Erfolgswahrscheinlichkeit. Letzteres nennt man dann selbstzerstörende Prophezeiung (self destructive prophecy). Unterbewusst erzielen wir in beiden Fällen das für uns positive Gefühl, Recht zu haben.

Abbildung: selbsterfüllende Prophezeiung

Dieser Effekt funktioniert nicht nur bei einem selbst, sondern kann auch auf andere übertragen werden, wie das folgende Beispiel zeigt:

Peter lernt auf einer Party Michael kennen. Zuvor hat Peter bereits einiges über Michael gehört. So erzählte ihm ein Freund, dass Michael etwas eigenbrötlerisch und unfreundlich wirke. Mit diesen (vorurteilhaften) Gedanken über Michael begrüßen sich die beiden. Da Peter sich nun gedanklich auf einen unfreundlichen, eigentümlichen Menschen einstellt, fällt seine Begrüßung Michael gegenüber eher kühl und zurückhaltend aus. Dieses Verhalten bemerkt Michael und spiegelt es wider.

Hierbei handelt es sich um eine natürliche Reaktion.  Dadurch werden Peters vorurteilhaften Gedanken bestätigt. So funktioniert die selbsterfüllende Prophezeiung.

An diesem Beispiel kann man sehr gut erkennen, dass die eigenen Gedanken sich im Verhalten widerspiegeln. Peters negative Gedanken über Michael beeinflussten sein Verhalten. Dieses wurde von Michael gespiegelt, sodass Peters Gedanken zur Realität und zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung wurden.

In folgendem Beispiel beeinflusst Peter sich mit seinen Gedanken selbst:

Peter möchte gerne den Pilotenschein machen. Er absolviert die Theorie und die Praxis ohne nennenswerte Störungen. Nun geht es an die Prüfung. Obwohl Peter eigentlich im Thema drin ist und den Lernstoff draufhat, bekommt er kalte Füße. Er redet sich ein, dass er die Prüfung sowieso nicht schaffen würde. Diese negativen Gedanken führen dazu, dass Peter sich unterbewusst nicht ausreichend auf die Prüfung vorbereitet. Außerdem ist er bei der Prüfung sehr nervös. Peter besteht die Prüfung tatsächlich nicht. Wieder haben seine Gedanken sein Verhalten beeinflusst und so dazu geführt, dass sie zur Realität werden. Dennoch: Peter hat Recht behalten

Aber es geht natürlich auch andersherum:

Wenn Peter sich vor der Prüfung in Gedanken immer wieder einredet, dass er gut vorbereitet ist und die Prüfung schaffen wird, dann steigen seine Chancen um einiges, dass dies auch so in Erfüllung gehen wird. Seine positiven Gedanken führen dazu, dass er sich intensiv auf die Prüfung vorbereitet und zuversichtlich und wenig(er) aufgeregt in die Prüfung geht.

An beiden Beispielen kann man sehr gut erkennen, wie unsere Gedanken unsere Stimmung beeinflussen. Negative Gedanken („Das schaffe ich sowieso nicht!“) führen dazu, dass wir uns schlecht fühlen. Positive Gedanken („Ich schaffe das!“) führen zu guter Stimmung.

Dies veranschaulicht auch folgendes Beispiel:

Peter liebt Spieleabende mit Freunden und ganz besonders das Würfelspiel Kniffel. Bei Würfelspielen geht es naturgemäß viel um Glück, da man keinen Einfluss darauf hat, wie die Würfel fallen.

Peter geht mit positiven Gedanken in jede Runde („Ich werde etwas Gutes würfeln!“). Das macht ihn flexibel und kreativ, sodass (fast) jeder Wurf zu einem Eintrag führt, der für Peter in Ordnung ist und ihn bzw. sein Spiel voranbringt. Dadurch kann er (fast) jedem Wurf etwas Gutes abgewinnen. Peters Stimmung ist gut. Seine Gedanken werden Realität.

Würde Peter bereits mit negativen Gedanken starten („Da fallen sowieso immer die falschen Zahlen!“), so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Peter Fehler bei der Kombination macht bzw. sich ergebende Möglichkeiten nicht wahrnimmt. Peters Stimmung ist schlecht. Seine Gedanken werden Realität.

Fazit

Die Macht der Gedanken – egal ob negativ oder positiv – sollte man niemals unterschätzen. Unsere Gedanken beeinflussen sowohl unser Verhalten als auch unsere Stimmung. Zum Glück können wir selbst entscheiden, was wir denken.

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